

| Artikel aus der WAZ vom 02.08.2005 |
Auf ihren Bildern tummeln sich kleine Schweine, hängen Frauen Wäsche auf, sitzen mit gerupften Flügeln als Engel an Küchentischen. Ania Hardukiewicz, Absolventin der Kunstakademie Düsseldorf, zeigt ihre Bilder ab Donnerstag im Kunstpavillon der Galeria Kaufhof. Die 1973 in Breslau geborene Malerin, die bei Klapheck, Anzinger und Rissa studiert hatte, zeigt das eigene Erleben in ihren Bildern. Da sitzt eine junge Frau auf der Gefriertruhe. Das Leben hält Zwänge bereit - vor allem für Frauen. Berufstätigkeit und Haushalt, Konsum und Freiheit, Technik und Natur, Kunst und Familie: Das sind die Pole, zwischen denen sich auch eine Malerin ihren Platz schaffen muss. Ania Hardukiewicz, die es vorzieht allein zu leben, lässt ihren Pinsel sprechen. Die träumenden Mädchen in blühenden Gärten sind nur auf den ersten Blick romantisch. Im wallenden Grün, hinter Rosengirlanden oder Blütenrispen, reckt sich eben nicht nur die schöne Maid. Und neben dem aufgeputzten Model mit den hohen Hacken stehen Einmachglas oder Spültopf. Hintergründig sind manche der Bilder. Andere sprechen eine deutlichere Sprache. Das Selbstbildnis mit übergestülptem Kochtopf, das Aschenputtel beim Erbsenzählen, die einsame Mutter mit Kind ziehen als bedrückende Visionen vorüber. Arbeiten von Ania Hardukiewicz, die der Künstlerinnen Sezession Düsseldorf angehört, waren bereits im Frauenmuseum Bonn zu sehen. Ihre Ausstellung im Kunstpavillon entstand zusammen mit dem Forum Kunst und Architektur sowie dem Kulturbüro. DG |